Positionierungssatz formulieren – Titelbild des Coaching-Guides im Navy-Gold-Design von mb-strategie.de

Positionierungssatz formulieren: Der eine Satz für Premium

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Zwei Coaches, gleiche Ausbildung, gleiche Stundenzahl. Der eine ruft 90 Euro auf und kämpft um jeden Auftrag. Die andere nimmt 250 Euro und führt eine Warteliste. Der Unterschied liegt selten im Können. Er liegt oft in einem einzigen Satz.

Einen Positionierungssatz formulieren klingt nach Marketing-Hausaufgabe – nach etwas, das man „auch noch macht“, wenn die Website dran ist. Oder so. Das ist der teure Irrtum. Dein Positionierungssatz ist kein Deko-Element. Er ist das Erste, was ein Interessent über dich verarbeitet, und er entscheidet vor, ob du als austauschbarer Anbieter durchgehst oder als Spezialist, der seinen Preis wert ist.

In diesem Guide bekommst du keinen esoterischen Input über „deine Essenz“. Du bekommst die Formel, konkrete Vorher-Nachher-Beispiele für den DACH-Raum und die Stellen, an denen dieser eine Satz bares Geld bringt – oder kostet.

Auf einen Blick

  • Was es ist: Ein Satz, der sagt, wem du wobei hilfst – und mit welchem Ergebnis.
  • Was es nicht ist: Kein Slogan, kein Claim, keine Vision. Sondern ein Preis-Hebel.
  • Voraussetzung: Nische, Zielgruppe und USP müssen vorher geklärt sein. Der Satz ist das Ergebnis dieser Vorarbeit, nicht ihr Ersatz.
  • Die Formel: „Ich helfe [Zielgruppe] dabei, [konkretes Ergebnis] zu erreichen – indem [Methode/Mechanismus].“
  • Teuerster Fehler: zu breit. „Ich helfe Menschen, glücklicher zu werden“ verkauft nichts und rechtfertigt keinen Premium-Preis.

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Was ist ein Positionierungssatz – und was ist er nicht

Ein Positionierungssatz ist eine einzelne, prägnante Aussage, die in Klartext sagt, wem du wobei hilfst und welches Ergebnis dabei herauskommt. Er beantwortet die stille Frage jedes Interessenten – „Bin ich hier richtig?“ – in wenigen Sekunden. Kein Werbespruch, sondern Orientierung. Wer hängen bleibt, fühlt sich angesprochen.

Das Problem: Die meisten verwechseln den Positionierungssatz – auch Positionierungsaussage genannt – mit anderen Textbausteinen. Ein Slogan soll im Kopf bleiben. Ein Claim transportiert ein Markenversprechen. Ein Elevator Pitch erzählt eine kleine Geschichte. Dein Positionierungssatz macht etwas anderes: er sortiert. Er ist deine ganze Positionierung in einem Satz, destilliert auf wen und wozu. Er trennt die Menschen, die zu dir passen, von denen, die du gar nicht haben willst.

Und genau das ist unbequem. Ein guter Positionierungssatz schließt aktiv Leute aus. Das fühlt sich falsch an, wenn man jahrelang „für alle“ da war. Aber Ausschluss ist kein Risiko, sondern der ganze Sinn der Übung.

TextbausteinAufgabeBeispiel
PositionierungssatzSortieren: Wer ist hier richtig?„Ich helfe Kanzlei-Inhabern, ihre Steuerkanzlei verkaufsfähig zu machen.“
SloganIm Kopf bleiben„Dein Business. Dein Wert. Dein Preis.“
ClaimMarkenversprechen„Der Preisgestaltungs-Experte.“
Elevator PitchGespräch öffnen (30–60 Sek.)Kurzversion der eigenen Story mit Aufhänger

Du brauchst alle vier irgendwann. Aber der Positionierungssatz kommt zuerst – aus ihm entstehen die anderen drei, nie umgekehrt.

Warum dein Positionierungssatz über deinen Preis entscheidet

Dein Positionierungssatz entscheidet über deinen Preis, weil Spezialisierung Preisspielraum schafft. Wer ein klar benanntes Problem für eine klar benannte Zielgruppe löst, wird mit dem Ergebnis verglichen – nicht mit dem Stundensatz anderer Coaches. Genau dort entstehen Premium-Honorare statt austauschbarer Mittelmaß-Preise.

Der Mechanismus dahinter ist simpel, fast banal. Solange dein Satz „Ich bin Coach und helfe Menschen“ lautet, bist du eine Ware. Waren werden über den Preis verglichen, und beim Preisvergleich verlierst du immer gegen den, der billiger anbietet. Sobald dein Satz aber ein spezifisches, schmerzhaftes Problem benennt, verschiebt sich der Vergleichsmaßstab: Plötzlich geht es nicht mehr um „Coaching pro Stunde“, sondern um „Was ist mir die Lösung dieses Problems wert?“.

Schau dir die Spannweite im deutschen Markt an. Der durchschnittlich erzielte Stundensatz im Coaching liegt bei 175,98 Euro netto (laut RAUEN Coaching-Marktanalyse 2024). Die empfohlenen Honorar-Untergrenzen des BDVT für 2026 zeigen die Richtung, in die Positionierung dich bewegt:

Stufe (BDVT-Empfehlung 2026)Untergrenze je Coaching-Stunde
Starterab 200 €
Professionalsab 275 €
Senior-Professionalsab 440 €

(Quelle: BDVT-Honorarempfehlung 2026, „Coaching je Stunde“ – empfohlene Untergrenzen. Unterschied beachten: RAUEN nennt den tatsächlich erzielten Marktdurchschnitt, der BDVT empfohlene Mindestsätze.)

Der Sprung vom Durchschnitt zum Senior-Professional ist kein Sprung im Können. Es ist ein Sprung in der Wahrnehmung. Und die Wahrnehmung steuerst du über deine Positionierung – die wiederum in deinem Positionierungssatz sichtbar wird. Wie du aus dieser Wahrnehmung dann konkrete Zahlen machst, zeigt dir der Guide Coaching-Preise richtig kalkulieren.

Kurz: Der Satz ist die Eintrittskarte. Der Preis ist, was du danach verlangen kannst.

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Die Voraussetzung: Nische, Zielgruppe und USP zuerst

Bevor du einen Positionierungssatz formulieren kannst, brauchst du drei Bausteine: eine Nische (welches Feld), eine Zielgruppe (wer genau) und einen USP (warum du). Fehlt einer davon, wird der Satz schwammig. Der Satz ist das Destillat dieser Vorarbeit – kein Ersatz für sie.

Das ist die Stelle, an der die meisten scheitern. Sie setzen sich hin, wollen „den einen Satz“ finden, und merken nach zwei Stunden: Ich weiß ja noch gar nicht, für wen ich eigentlich schreibe. Logisch. Du kannst keine Aussage zuspitzen, deren Grundlage du nicht geklärt hast.

Arbeite die drei Bausteine deshalb in dieser Reihenfolge ab:

  1. Nische – das Feld, in dem du spielst. Noch nicht klar? Dann starte hier: Coaching-Nische finden.
  2. Zielgruppe – die konkreten Menschen, die zahlen können, wollen und werden. Wer das genau ist, klärst du unter Zielgruppe als Coach definieren.
  3. USP – warum ausgerechnet du. Das Werkzeug dafür: USP als Coach entwickeln.

Erst wenn diese drei stehen, ist der Satz selbst fast nur noch Schreibarbeit. Und die ist der einfache Teil.

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Die Formel: So ist ein Positionierungssatz aufgebaut, der Premium trägt

Ein tragfähiger Positionierungssatz folgt einer einfachen Formel: „Ich helfe [Zielgruppe] dabei, [konkretes Ergebnis] zu erreichen – indem [Mechanismus/Methode].“ Entscheidend ist nicht die Formel selbst, sondern die Präzision in den Klammern. Je konkreter du Zielgruppe und Ergebnis benennst, desto höher dein Preisspielraum und desto weniger vergleichbar wirst du.

Die Formel: Ich helfe [Zielgruppe] dabei, [konkretes, möglichst messbares Ergebnis] zu erreichen – indem [Methode / Mechanismus].

Diese Formel ist kein Geheimnis, sie kursiert in jedem Positionierungs-Ratgeber. Der Unterschied zwischen einem Satz, der 90 Euro trägt, und einem, der 250 Euro trägt, steckt nicht in der Struktur – sondern darin, wie hart du jede Klammer füllst.

BausteinLeitfrageSchwachStark
ZielgruppeWer genau?„Menschen“„Steuerberater mit eigener Kanzlei“
ErgebnisWas ist danach anders?„mehr Zufriedenheit“„eine in 12 Monaten verkaufsfähige Kanzlei“
MechanismusWie? Was ist dein Weg?„mit Coaching“„mit einem strukturierten Übergabe-Fahrplan“

Die häufigste Schwäche sitzt in der mittleren Spalte. Coaches schreiben ein Gefühl ins Ergebnis („mehr Klarheit“, „mehr Leichtigkeit“) statt eine Veränderung, die der Kunde nachprüfen kann. Gefühle sind nicht bezahlbar. Ergebnisse schon.

Und der Mechanismus? Den brauchst du nicht in jeder Version. In der Kurzfassung für die Website lässt du ihn oft weg. Im Erstgespräch ist er Gold wert, weil er dich vom „Ich mache auch Coaching“-Wettbewerb abhebt.

Formuliere das Ergebnis aus der Sicht deines Kunden

Der stärkste Hebel für die mittlere Klammer: Schreib das Ergebnis nicht aus deiner Fachperspektive, sondern in den Worten, in denen dein Kunde sein Problem nachts denkt. Nicht „Ich verbessere die Kommunikationskompetenz von Führungskräften“, sondern „Ich helfe frisch beförderten Teamleitern, in Meetings nicht mehr übergangen zu werden“. Dieselbe Leistung – aber die zweite Version trifft einen echten Schmerz. Und Schmerz schafft Zahlungsbereitschaft.

Ein kleiner Zusatz-Hebel beim Mechanismus: Gib deiner Methode einen Namen. „Mit einem strukturierten Übergabe-Fahrplan“ wirkt konkreter und spezialisierter als „mit Coaching“. Ein benannter Mechanismus signalisiert: Hier steckt ein System dahinter, keine Bauchentscheidung. Genau das rechtfertigt einen höheren Preis.

Dein Satz-Baukasten zum Ausfüllen

Nimm dir fünf Minuten und fülle diese Vorlage aus – erst grob, dann schärfst du nach. Eine ehrliche erste Positionierungsaussage schlägt eine perfekte, die nie fertig wird.

BausteinDeine Antwort
Zielgruppe (so eng wie möglich)
Konkretes Problem (in Kundensprache)
Messbares Ergebnis / Transformation
Mechanismus / dein benannter Weg
Dein Satz (zusammengesetzt)„Ich helfe … dabei, … zu erreichen – indem …“

Manche Ratgeber arbeiten mit einer Vier-Komponenten-Variante, die Problem und Ergebnis getrennt aufführt. Funktioniert ebenso. Entscheide dich für die Version, die du in einem Atemzug aussprechen kannst – alles andere ist viel zu akademisch.

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Auf was es bei Premium-Positionierung wirklich ankommt ⬆️

Positionierungssatz-Beispiele: schwach vs. Premium

Der Unterschied zwischen einem schwachen und einem Premium-Positionierungssatz liegt in drei Dingen: benannte Zielgruppe, messbares Ergebnis, klarer Mechanismus. „Ich helfe Menschen, glücklicher zu werden“ nennt keines davon. „Ich helfe Steuerberatern, ihre Kanzlei in 12 Monaten verkaufsfähig zu machen“ alle drei.

Hier fünf Beispiele aus typischen DACH-Coaching-Feldern – jeweils die schwache und die zugespitzte Version. Lies sie laut. Du hörst sofort, welche Version einen höheren Preis trägt.

Schwach (austauschbar)Premium (zugespitzt)
„Ich helfe Menschen, ihr Potenzial zu entfalten.“„Ich helfe frisch beförderten Teamleitern, in den ersten 100 Tagen die Autorität aufzubauen, die ihnen das Team noch nicht zugesteht.“
„Ich bin Business-Coach für Selbstständige.“„Ich helfe Solo-Beraterinnen, vom Stundenhonorar auf planbare Monatsretainer umzustellen.“
„Ich begleite Frauen in Veränderungsphasen.“„Ich begleite Ärztinnen, die aus der Klinik in die eigene Praxis wechseln, durch die ersten 12 Monate Selbstständigkeit.“
„Ich coache zu mehr Gelassenheit im Job.“„Ich helfe IT-Führungskräften, nach dem Burnout wieder voll arbeitsfähig zu werden – ohne in die alten Muster zurückzufallen.“
„Ich unterstütze Unternehmer beim Wachstum.“„Ich helfe Handwerksbetrieben mit 10–30 Mitarbeitern, einen zweiten Standort aufzubauen, ohne die Qualität zu verlieren.“

Fällt dir das Muster auf? Die rechte Spalte verliert „99 % der Menschen“ – und gewinnt genau die 1 %, die sofort denken: Das bin ich. Wo kann ich buchen? Diese 1 % zahlen Premium, weil sie keine Alternative sehen, die so genau passt.

Wenn dir das zu eng vorkommt: Genau dieses Gefühl ist das Eintrittsgeld für Premium-Preise. Breite fühlt sich sicher an und macht dich arm. Enge fühlt sich riskant an und macht dich buchbar.

Die 5 häufigsten Fehler – und was sie dich kosten

Die teuersten Fehler beim Positionierungssatz sind: zu breit, Gefühl statt Ergebnis, mehrere Zielgruppen gleichzeitig, Methode statt Wirkung, und Fachjargon. Jeder dieser Fehler drückt deinen Preis, weil er dich vergleichbar macht. Und Vergleichbarkeit ist der Feind jedes Premium-Honorars: Wer vergleichbar ist, wird über den Preis nach unten gedrückt.

FehlerWas er dich kostetKorrektur
1. Zu breit („für alle“)Du wirst über den Preis verglichen statt über das ErgebnisEine Zielgruppe benennen, die du wirklich willst
2. Gefühl statt Ergebnis„Mehr Klarheit“ ist nicht bezahlbarEine nachprüfbare Veränderung formulieren
3. Zwei Zielgruppen in einem SatzBeide fühlen sich halb gemeint, keiner ganzPro Satz eine Zielgruppe – Rest in andere Kanäle
4. Methode statt Wirkung„Mit systemischem Coaching“ interessiert keinen KundenErst das Ergebnis, Methode höchstens als Mechanismus
5. Fachjargon„Transformationsprozesse“ schreckt ab, statt anzuziehenSprache, die deine Zielgruppe selbst benutzt

Fehler 2 und 4 sind die teuersten, weil sie am unauffälligsten sind. Ein Satz wie „Ich begleite Führungskräfte mit systemischem Coaching zu mehr innerer Stärke“ klingt für viele Coaches richtig gut. Für den Kunden klingt er nach: keine konkrete Hilfe, kein konkreter Preis-Anker. Eine vertiefte Diagnose, woran Positionierung in der Praxis scheitert, findest du unter die 7 Positionierungsfehler, die Coaches Tausende Euro kosten.

So testest du, ob dein Positionierungssatz funktioniert

Du testest deinen Positionierungssatz, indem du ihn echten Menschen aus deiner Zielgruppe vorlegst – nicht Kollegen, nicht Familie. Frag nicht „Gefällt er dir?“, sondern „Was glaubst du, was ich mache und für wen?“. Verstehen sie es sofort und richtig, sitzt der Satz. Müssen sie nachfragen, ist er noch zu vage.

Drei schnelle Tests, bevor der Satz live geht:

  1. Der Fremde-Test: Versteht jemand ohne Coaching-Vorwissen in einem Durchgang, wem du wobei hilfst? Wenn nicht, steckt Fachjargon drin.
  2. Der Wer-noch-Test: Könnten 100 andere Coaches denselben Satz über sich schreiben? Wenn ja, fehlt Zuspitzung.
  3. Der Preis-Test: Stell dir vor, du nennst direkt nach dem Satz dein Premium-Honorar. Trägt der Satz die Zahl – oder klafft eine Lücke? Die Lücke zeigt dir genau, wo das Ergebnis noch zu schwach ist.

Plane für die Validierung lieber zehn kurze Gespräche als zwei lange. Du suchst kein Lob, sondern Verständnis.

Dein Satz im Einsatz: Website, Erstgespräch, Preisgespräch

Ein Positionierungssatz wirkt erst, wenn er sichtbar ist. Die drei wichtigsten Orte: die Headline deiner Website (ganz oben, ohne Scrollen), der Einstieg ins Erstgespräch und den Rahmen des Preisgesprächs. Überall sortiert der Satz vor, wer du bist – und bereitet vor, was du kostest.

OrtFunktionWorauf es ankommt
Website-HeadlineErster Filter in <5 SekundenSichtbar ohne Scrollen, kurze Version ohne Mechanismus
Erstgespräch (Einstieg)Rahmen setzen, bevor der Kunde redetVollversion inkl. Mechanismus – grenzt dich vom Wettbewerb ab
PreisgesprächDen Preis am Ergebnis verankernSatz wiederholen, bevor die Zahl fällt: „Genau dafür ist das Investment …“

Der unterschätzte Ort ist das Preisgespräch. Wenn du deinen Positionierungssatz direkt vor der Nennung des Preises noch einmal aussprichst, verankerst du den Preis am Ergebnis – nicht an der Stunde. „Ich helfe dir, deine Kanzlei in 12 Monaten verkaufsfähig zu machen. Das Investment dafür liegt bei …“ Der Satz trägt die Zahl. Ohne ihn steht die Zahl nackt im Raum und wird zerredet.

Positionierungssatz und KI-Sichtbarkeit

Auch KI-Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity und die Google AI Overviews ordnen dich anhand klarer Sprache ein. Ein präziser Positionierungssatz mit benannter Zielgruppe und benanntem Ergebnis liefert genau die Struktur, die ein Sprachmodell extrahieren und weiterempfehlen kann. Schwammige Sätze werden übergangen.

Das ist neu und wird unterschätzt. Wenn ein Interessent ChatGPT fragt „Welcher Coach hilft Steuerberatern beim Kanzleiverkauf?“, kann das Modell dich nur empfehlen, wenn deine Positionierung in maschinenlesbarem Klartext irgendwo steht. „Ich entfalte Potenziale“ ist für ein Sprachmodell ein leeres Feld. „Ich helfe Steuerberatern, ihre Kanzlei verkaufsfähig zu machen“ ist ein Treffer.

Anders gesagt: Derselbe Satz, der Menschen sortiert, macht dich auch für Maschinen auffindbar. Zwei Fliegen, ein Satz.

Dein nächster Schritt

Du brauchst keinen perfekten Satz. Du brauchst einen ehrlichen ersten Entwurf, den du danach schärfst. So gehst du vor:

  1. Heute: Schreib die Formel auf und fülle die drei Klammern – auch wenn es sich noch grob anfühlt.
  2. Diese Woche: Streiche jedes Gefühlswort im Ergebnis und ersetze es durch eine nachprüfbare Veränderung.
  3. Nächste Woche: Sprich den Satz drei echten Menschen aus deiner Zielgruppe vor. Frag nicht „Gefällt’s dir?“, sondern „Was glaubst du, was ich mache?“. Verstehen sie es sofort, sitzt er.
  4. Danach: Setz die Kurzversion oben auf deine Website und die Vollversion an den Anfang deiner nächsten drei Erstgespräche.

Fazit

Dein Positionierungssatz ist kein Textbaustein für die „Über mich“-Seite. Er ist die Entscheidung, mit wem du arbeitest und was du dafür verlangen darfst – in einen Satz gegossen. Solange er breit bleibt, bleibst du vergleichbar und damit billig. Sobald er zuspitzt, wirst du buchbar und damit steigt der Wert deiner Leistung.

Einen guten Positionierungssatz zu formulieren ist einfach. Der Mut, eine Zielgruppe wirklich zu benennen und 99 % aktiv auszuschließen, ist der schwierige Teil. Aber genau dieser Mut ist der Unterschied zwischen 90 und 250 Euro. Fang mit dem ersten, unfertigen Entwurf an. Heute.


FAQ

Was ist ein Positionierungssatz?

Ein Positionierungssatz ist eine einzelne, prägnante Aussage, die sagt, wem du wobei hilfst und welches Ergebnis dabei entsteht. Er beantwortet die Frage „Bin ich hier richtig?“ auf den ersten Blick und grenzt dich von austauschbaren Anbietern ab. Er ist kein Slogan, sondern ein Orientierungs- und Preis-Werkzeug.

Wie formuliere ich meinen Positionierungssatz?

Du formulierst deinen Positionierungssatz mit der Formel „Ich helfe [Zielgruppe] dabei, [konkretes Ergebnis] zu erreichen – indem [Methode].“ Voraussetzung sind geklärte Nische, Zielgruppe und USP. Entscheidend ist die Präzision: Je konkreter Zielgruppe und Ergebnis, desto stärker der Satz und desto höher dein Preisspielraum.

Was ist der Unterschied zwischen Positionierungssatz und Slogan?

Der Unterschied liegt in der Aufgabe. Ein Positionierungssatz sortiert: Er sagt sachlich, wem du wobei hilfst, und filtert passende Kunden heraus. Ein Slogan soll dagegen im Gedächtnis bleiben und wirkt emotional-werblich. Der Positionierungssatz kommt zuerst – aus ihm lässt sich ein Slogan ableiten, nie umgekehrt.

Wie lang sollte ein Positionierungssatz sein?

Ein Positionierungssatz sollte ein Satz sein – idealerweise unter 20 Wörtern. Er muss in einem Atemzug sprechbar und auf den ersten Blick verständlich sein. Für die Website nutzt du oft eine Kurzversion ohne Methode, im Erstgespräch die Vollversion inklusive Mechanismus. Wird er länger, fehlt meist die Zuspitzung.

Brauche ich als Coach wirklich eine Nische für einen guten Positionierungssatz?

Ja. Ohne Nische bleibt der Satz zwangsläufig breit, und ein breiter Satz macht dich über den Preis vergleichbar. Eine Nische schafft den Spielraum, ein spezifisches Problem zu benennen – und genau dieses spezifische Problem rechtfertigt höhere Honorare. Die Nische ist die Voraussetzung, der Satz das Ergebnis.

Wie viel mehr kann ich mit klarer Positionierung verlangen?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, aber die Marktspanne zeigt die Richtung: Der durchschnittlich erzielte Coaching-Stundensatz liegt bei 175,98 Euro netto (RAUEN Coaching-Marktanalyse 2024), während die BDVT-Honorarempfehlung 2026 für Senior-Professionals eine Untergrenze ab 440 Euro je Coaching-Stunde nennt. Der Weg nach oben führt über Spezialisierung – sichtbar gemacht im Positionierungssatz.

Sollte mein Positionierungssatz auf die Startseite?

Ja, ganz oben und ohne Scrollen. Die Website-Headline ist der erste Filter: Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er bleibt. Steht dort ein präziser Positionierungssatz, fühlt sich die richtige Zielgruppe sofort gemeint. Steht dort „Coaching für mehr Erfolg“, klickt sie weiter.


Mehr zum übergeordneten Thema: Positionierung als Coach – der komplette Guide.

Und in diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Positionierung sichtbar machen kannst.

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